Sprachbedienung mit „Ok Google“ & „Hey Google“

Noch vor wenigen Jahren galten Sprachassistenten als technische Spielerei ohne großen praktischen Wert. Die Meinung der Verbraucher hat sich inzwischen geändert. Immer mehr Menschen begeistern sich für Sprachassistenten. Das liegt daran, dass Sprachsteuerung nicht nur die natürlichste Art der Steuerung ist, sondern zudem sehr bequem.

Dazu kommt, dass Sprachassistenten immer mehr können. Längst sind sie nicht mehr nur auf PC und Smartphone anzutreffen, sondern können daheim das Licht einschalten, die Heizung regulieren, Kaffee kochen und Tausend andere Dinge mehr. Zu den 5 beliebtesten Systemen gehört der Google Sprachassistent.

Was ist der Google Sprachassistent?

Die Software ist ein intelligenter persönlicher Assistent, der von Google zunächst für das Handy-Betriebssystem Android (das am häufigsten benutze aller mobilen Betriebssysteme) entwickelt wurde. Der Google Assistent wurde 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Da er anfangs einen Speicherplatz von mindestens 100 GB benötigte, wurden Anfragen an den Google Assistent über das Internet an Google Server geleitet, dort beantwortet und die Antwort zurückgeschickt.

Das änderte sich Anfang 2019 mit den neuen Pixel-4 Smartphones von Google. Dort nimmt der Sprachassistent nur noch 0,5 GB Speicherplatz ein und ist bereits als Firmware auf dem Handy installiert. Dank des internen Speichers funktioniert der Google Sprachassistent auch ohne Internetverbindung. Google ist seinem Konkurrenten Amazon hart auf den Fersen und bietet ebenfalls einen smarten Lautsprecher, Google Home, an, mit dem Sie daheim eine stetig wachsende Anzahl von Geräten und Funktionen steuern können. Seit kurzem gibt es auch eine kleine Version des Google Home Lautsprechers, den Google Home Mini.

Wie funktioniert der Google Sprachassistent?

Die Software kann über die Suchmaschine Google Chrome, die neben Mozilla Firefox zu den beliebtesten Suchmaschinen gehört, genutzt werden. Dazu muss das Endgerät über ein integriertes Mikrofon verfügen. Zum Starten des Sprachassistenten tippt man auf das Mikrofon-Symbol im Eingabefeld von Google Chrome und spricht die Aktivierungsworte „OK, Google“. Daraufhin erfolgt die Aufforderung, einen Sprachbefehl einzugeben. Seit dem Sommer 2017 spricht der Google Assistent auch Deutsch. Seit Mitte 2018 bietet der Computerhersteller Lenovo Endgeräte mit integrierten Google Sprachassistenten an.

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Was kann Google Assistant?

Auf dem Smartphone kann er zum Beispiel Termine erstellen, Einträge verwalten, Sie zu einer festgelegten Zeit wecken. Ab der neuen Android Version 6.0 (seit März 2017) kann der Sprachassistent auch Einstellungen Ihres Handys verändern, zum Beispiel Apps öffnen oder schließen, Anrufe tätigen oder gespeicherte Musik abspielen.

Wenn Sie Ihr Handy mit dem TV-Gerät synchronisieren und dieses eine Verbindung zum Internet hat, können Sie mit dem Google Assistant auch Musik und Videos streamen und Online Filme ansehen.

Mit den Google Home und Google Home Mini Lautsprechern erweitern sich die Funktionen nochmals beträchtlich. Die beiden smarten Lautsprecher haben Google Assistant integriert. Damit können Sie Geräte aus 38 Kategorien in Ihrer Wohnung vernetzen und steuern. Dazu gehören unter anderem:

  • Boiler
  • Mikrowellen
  • Eingangstüren
  • Sicherheitskameras & Alarmsysteme
  • Fenster
  • Garagentore
  • Beleuchtung
  • Dunstabzugshauben
  • Duschen
  • Rasensprenger
  • Saugroboter
  • tado Thermostate

und vieles andere mehr.

Sie können so genannte Szenen anlegen. Dadurch führt der Google Sprachassistent mehrere Handlungen durch, ohne dass Sie diese einzeln aufrufen müssen. Mit dem Wecksignal am Morgen wird beispielsweise in Küche und Bad das Licht eingeschaltet, die Kaffeemaschine und das Radio gestartet sowie die Heizung hochgefahren. Durch die Verwendung kleiner Programme (Applets) ist der Google Assistant lernfähig und kann seinen Funktionsumfang ständig ausweiten.

Lautsprecher und unterstützte Geräte

Die beiden Lautsprecher Google Home und Google Home Mini funktionieren ähnlich wie die Echo Lautsprecher von Amazon. Auch die Google Lautsprecher haben mehrere eingebaute Mikrofone zum Aufnehmen von Sprachbefehlen. Sie können bis zu 6 verschiedene Stimmen unterscheiden und Nutzerprofile anlegen.

Dadurch können Sie beispielsweise für jedes Familienmitglied Musik spielen, die dem jeweiligen Geschmack entspricht. In ihren Funktionen unterscheiden sich Google Home und Google Home Mini praktisch nicht. Der einzige Unterschied liegt in der Lautstärke. Weil Google Home Mini kleiner ist, kann er Musik nicht so kraftvoll wiedergeben wie der größere Google Home Speaker.

Google ist kein Hersteller von Elektro- oder Haushaltsgeräten. Deswegen wird einer große Anzahl von Smart Home Produkten unterstützt. Beispielsweise funktioniert das Philips Hue Beleuchtungssystem einwandfrei mit dem Google Sprachassistenten. Auch andere Systeme, darunter solche von OSRAM oder IKEA, funktionieren tadellos.

Die Vorteile des Google Assistant

Bei einem Test im Herbst 2018 wurden die bekanntesten Sprachassistenten Cortana, Amazon Echo (Alexa), Siri und Google Assistant miteinander verglichen. Im Verlauf des Tests wurden 800 Fragen gestellt. Bewertet wurde, wie gut der Sprachassistent die Frage verstand und ob die Antwort korrekt war. Aus dem Test ging der Google Assistant eindeutig als Sieger hervor.

Dazu kommt, dass der Google Assistant im Bereich Smart Home an keine bestimmte Marke gebunden ist, sondern gleichermaßen gut mit den Produkten unterschiedlicher Hersteller funktioniert. Beim Kauf von Smart Home Produkten sollten Sie jedoch besser darauf achten, ob sie mit Google Assistant kompatibel sind.

Die Nachteile des Google Assistant

Wenn Sie Zusatzlautsprecher benutzen wollen, ist eine Verbindung nur über Bluetooth möglich, da weder Google Home noch Google Home Mini über keine Ein- oder Ausgänge für Audiokabel verfügen.

Das größte Problem stellt jedoch der Datenschutz dar. Es wird geschätzt, dass ungefähr 0,2 Prozent aller Audio-Aufnahmen des Sprachassistenten von Mitarbeitern in Google Vertragsunternehmen aufgeschrieben und ausgewertet werden. Die Aufzeichnung und Auswertung erfolgt auch dann, wenn das Aktivierungswort „OK Google“ nicht genannt wird. Das einzige Mittel dagegen: an der Unterseite der Lautsprecher befindet sich ein Schalter, mit dem Sie die Mikrofone ausschalten können.

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